Schöpfungsgeschichten

Wir nutzen die erzwungene Klausur während dieser Pandemie, um das humorvollste, skurrilste Buch unserer fragwürdigen Karrieren zu schaffen.

Buchvorstellung voraussichtlich am 12. 9. 2021 am Tag des offenen Denkmals in Tetenbüll / Nordfriesland im Haus Peters.

Dieses Buch erscheint während der Corona-Pandemie und bildet somit ein Konglomerat innerer Migrationen ab, das bunte Dokument einer Flucht. Es sind Bilder, die in einer Zeit entstanden, in der wir begreifen mussten, dass diese Welt nicht immer so ist, wie wir sie gerne hätten.

Aber dieser phantastische Ausflug in der Tradition der Tiernovellen und anthropomorphischen Entsprechungssuche ist keineswegs vorbildlos. Die "andere Welt" eines Grandville delektierte literarische Entsprechungen, sog Kraft aus "Gargantua und Pantagruel" und selbst Rabelais baute seine Phantasien bereits auf Vorbildern auf.

Auch Grandville stellte einer Pandemie seine Phantasien entgegen. In einer Lithographie heißt es: "der Volvox lief vorüber- wie die Cholera von 1833 die Welt aufzehrend."

Honoré Daumier stellte in seiner "Londoner Konferenz" alle beteiligten Politiker durch Tiere dar, denen er entsprechende Charaktereigenschaften zubilligte.

A. Paul Weber konnte seinem Entsetzen über die Machtergreifung der Nationalsozialisten kaum besser Ausdruck verleihen, als durch antropomorphische Entsprechungen. Die Sprachwelt dieser Bilder ist also latent - und begegnete einmal dem politischen Frust, wie auch dem Entsetzen über Kriege und Unrecht. Hieronymus Bosch erfand hierfür bereits um 1500 eine surreale Bildersprache, baute ein bizarres Haus, in dem auch Jens Rusch seine Einsamkeit möblierte.

Grandville lebte nur 44 Jahre und schuf in dieser kurzen Zeit über 3000 Zeichnungen. Eine Explosion phantasievoller Protuberanzen, die nicht verstanden werden konnten. Seine Fluchten und seine Angriffe, seine lithografierten Verzweiflungstaten wurden erst hundert Jahre nach seinem Gang in die Seine einem historischen Kontext zugeordnet. Daran Schuld waren auch destruktive Kritiken von Kollegen und Schriftstellern, beispielsweise von Baudelaire, der mit Daumier befreundet war, den er weit höher einschätze. Ihn nannte er ein "Genie" .Grandville hingegen war für ihn „ein auf krankhafte Weise literarischer Geist, der immer um unzulängliche Mittel bemüht war, mit denen sich seine Gedanken in den Bereich der Bildenden Kunst übertragen ließen."   Der marxistische Philosoph Ernst Bloch  wiederum bezeichnete Grandville als einen „schizophrenen Kleinbürger“, dessen Spott nur „utopischen Unsinn“ hervorgebracht habe.

Irgendwie gehört also das Nichtverstandenwerden zu den Grundvoraussetzungen, denen sich ein Künstler auch heute noch stellen muss. Daran haben Grimms Märchen, Walt Disney und Rudyard Kippling kaum etwas ändern können. Das wusste auch Markus Tönnishoff, als er begann, den "Schöpfungen" von Jens Rusch und Oliver Kieser kurze Parabeln und Satiren an die Seite zu stellen. Ganz ähnlich wie Grandvilles großer aber unbekannter Dichter Kacatogan. So entstand der Buchtitel "Schöpfungsgeschichten" mit dem Untertitel "gemalte Tierversuche". Die Hoffnung, verstanden zu werden, gehört bei keinem der drei Autoren zu einer tatsächlichen Motivation. So sollten denn die "gemalten Tierversuche" auch als Hinweis auf den nicht vorhandenen Anspruch auf Perfektion und Endgültigkeit gesehen werden.

Sehen Sie bitte in dieser Website so eine Art "Sandkiste". Wir erarbeiten ein ungewöhnliches Buchprojekt, zu dem viele Elemente und Fakten zusammengefügt werden müssen. Unser Zeitplan strebt eine Veröffentlichung im Herbst 2021 an.

Unser Bild zeigt die drei Co-Autoren von links nach rechts: Oliver Kieser, Markus Tönnishoff und Jens Rusch.

Schöpfungsgeschichten


Steampunk-Insekten von Oliver Kieser




Wattpsychologische Entomologie


Wattpsychologie


Buchprojekt "Schöpfungsgeschichten"

Es gehört zu seinen Wunschprojekten, seit vielen Jahren. Das Universum an Tierphantasien könne nur eine würdige Heimstätte zwischen Buchdeckeln finden. Man solle ein Zirpen vernehmen, wenn man in einer Buchhandlung daran vorbeiginge, Federn und Schuppen sollten hervorquellen wie ein sprudelnder Brunnen nie versiegender Phantasien. So jedenfalls die Wunschvorstellung von Jens Rusch. Auf der Suche nach Partnern, die seinen Kosmos zu teilen in der Lage wären begannen konstruktive Dialoge mit Oliver Kieser und Markus Tönnishoff. So wachsen die Dinge.

Hier eine erste Kostprobe:

Dass Wale sich im Fernverkehr engagieren, wird eher selten beobachtet. Doch in Zeiten des Klimawandels ist das ein löbliches Unterfangen, um im Transportwesen schnell Co-2-Neutralität realisieren zu können. Überhaupt sind Wale überaus sympathische und rücksichtsvolle Schöpfungsteilnehmer: Sie schmutzen nicht, äußern sich selten politisch und singen ausschließlich unter Wasser. Es ist nur schwer nachvollziehbar, dass viele Menschen sich als Haustiere Hunde, Katzen oder mongolische Rennmäuse halten – wohingegen Wale kaum in einem Haushalt präsent sind. Laut aktuellen Umfragen lehnen es selbst Eigenheimbesitzer mit Swimmingpool mehrheitlich ab, sich einen Wal als Haustier anzuschaffen. Unverständlich.                Markus Tönnishoff


Walschiffe


Buchempfehlung

Verlag: Tredition


Pressespiegel


Wattspinner

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Stelzkühe

Mihi quidem Antiochum, quem audis, satis belle videris attendere. Hanc igitur quoque transfer in animum dirigentes.

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Tamen a proposito, inquam, aberramus. Non igitur potestis voluptate omnia dirigentes aut tueri aut retinere virtutem.



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